Elisabeth Homar-Zogmayer
Bildende Künstlerin
Objekte und Collagen zu "UPcycling" mit Irene Wölfl, Peter Rosmanith, Hans Ringhofer (10. 6. - 3. 9. 10).
In der Ausstellung „UPcycling” zeigt Elisabeth Homar-Zogmayer Kleinstskulpturen und Minikollagen aus Abfall. Sie offenbart in ihrem Werk einen beneidenswert bewahrenden Zugang zum Leben: Zum Einen ist es das Kleine, das sie den bedrohlichen Gigantismen unserer Zeit unaufdringlich aber beharrlich entgegen setzt, an dem sie sich und in der Folge uns erfreut. Zum Anderen sind es die Materialien: abgelegte, verbrauchte Kleinigkeiten, die der Alltag an den ruhigen, friedvollen Strand Elisabeth Homar-Zogmayers spült und die sie vor dem uns alle belastenden Ende auf der Mülldeponie bewahrt. Nein, nicht nur bewahrt, sondern darüber hinaus mit neuer, lebensbejahender Energie auflädt, die uns fortan erfrischt.
Elisabeth Homar-Zogmayer erzählt mit ihren Werken Geschichten. Es sind sehr feinsinnige Weisheiten, die ihr das Leben in Form von „Fundstücken” zuträgt. So ist etwa eine Skulptur die Komposition aus unterschiedlichsten Fragmenten unserer Kultur und Natur mit ihnen eigenen Botschaften, die sie gerne aufnimmt und für ihre eigenen nützt. Die liebevoll komponierten 3D-Bilder erfahren allerdings erst durch den poetischen Titel ihre Vollendung. Vollendung und zugleich Initial für eine Geschichte im Kopf der Betrachter und Betrachterinnen. Und wie es eben ihre Art ist, erklärt sie uns ihre Philosophie mit einem Auszug ihrer Titelsammlung:
„Emsig strick ich mein Gedankengerüst: durchaus erwünschte Schwindelgefühle, ein Paradies zum Mieten, da läuft das Herz davon, ein Goldschopf, Glück macht sich breit, blumige Inselteile, dann rühr ich mich nicht mehr von der Stelle, mein Käfig war immer offen, meine Bürde ist leicht, die Frage der Behausung scheint gelöst, ein Schiff kommt, komm flieg mit!”
Peter Rosmanith
Musiker (Percussion)
Komposition, Live-Performance und CD zu "UPcycling" mit Irene Wölfl, Elisabeth Homar-Zogmayer, Hans Ringhofer (10. 6. - 3. 9. 10).
Als Perkussionist bin ich unentwegt auf der Suche nach neuen Klängen und Geräuschen. Meine Soundreise führt mich nicht nur zum Musikinstrumentenhandel, sondern auch auf Müllplätze, in Kinderzimmer und Küchen, in die Natur und auf Flohmärkte. Alles, von dem ich vermute, dass ihm ein akustisches Geheimnis innewohnt, wird bespielt und nach seinem Klang erforscht.
Bei meiner Arbeit für die Ausstellung "UPcycling" verwende ich ausschließlich Instrumente, die in ihrem früheren Leben einer anderen Verwendung zugedacht waren. Eine Kinderbadewanne wird zum Riesendaumenklavier, Kalebassen zu Wassertrommeln oder Autoschlüssel zu Chimes recycelt. Im Zentrum meines „recycling circle“ steht das Instrument Hang, ein vom Schweizer Instrumentenbauer Felix Rohner vor zirka zehn Jahren entwickeltes Instrument. Das Hang besteht aus zwei miteinander verklebten Schalen aus gehärtetem Stahlblech. Auf der oberen Halbschale befinden sich Tonfelder, die mit einem Hammer ins Blech getrieben sind. Vorbild war unter anderem die in den 1930er Jahren auf Trinidad erfundene Steelpan, die zu Beginn aus ausrangierten Ölfässern entstanden. Vom Ölfass zur Steelpan, von der Steelpan zum Hang ein gelungener „recycling circle“.
Dieser geschlossene, funktionierende Kreislauf ist auch die Grundidee für meine musikalische Auseinandersetzung mit dem Thema Recycling. Das Ende könnte Anfang sein, die Musik kreist in meinem „recycling circle“.
Hans Ringhofer
Fotograf
Fotoarbeiten zu "UPcycling" mit Irene Wölfl, Elisabeth Homar-Zogmayer, Peter Rosmanith (10. 6. - 3. 9. 10).
Musik inspiriert mich, meine Arbeit. Um so mehr freute es mich, die Klangfindung Peter Rosmaniths fotografisch zu begleiten. Klänge, die bereits existieren, selbst in abgenützten, weggeworfenen Produkten des täglichen Gebrauchs. Die Musik des Gebrauchs, der Erfahrung liegt in Peter Rosmaniths Klangsuche und meine Fotografien wollen sich nicht bloß in der Dokumentation erschöpfen, sondern vielmehr die visuelle Klammer des Prozesses feierlich flüchtiger Augenblicke sein. Deshalb zeigen meine Bilder die äußere wie innere Bewegtheit der Freiheit, die in der spielerischen Suche nach akustischen Harmonien liegt.
Max Nagl
Jazzmusiker (Saxophon)
Komposition, Live-Performance "floating in air" & "keep hold of yourself" zu "We are floating in the air" mit Eduardo Vega de Seoane (8. 4. - 19. 5. 10).
Max Nagl zu seiner Komposition für "We are floating in the air":
Eduardo Vega de Seoane malt Musik zu den imaginären Tönen eines Saxophons. Ich nahm nun das Stück "keep hold of yourself", spielte das Solo Sonny Rollins' drei- bis viermal so langsam ein, überlagerte es mehrmals, gleichsam als klingenden Malhintergrund, um die musikalische Leinwand mit frei improvisierten Farbtupfern in Vibration zu versetzen. Die bunten Klänge meines Saxophons eröffnen der luftigen Atmosphäre in den Bildern Eduardos eine zusätzlliche Wahrnehmungsebene.
weitere Informationen zum Künstler: www.maxnagl.at
Benedikt Jahnel
Jazzmusiker (Klavier)
Dolby Surround Klanginstallation, CD "Poetische Logik_Logische Poesie" zu "Poesie der Logik" mit Harald Plochberger und Walter Angerer (19. 6. – 5. 9. 09)
Benedikt Jahnel zu "Poesie der Logik":
Durch die gemeinsame Ausstellung mit Walter Angerer-Niketa und Harald Plochberger konnte ich als Mathematiker und Jazzmusiker, meine beiden Leidenschaften so bewusst vereinen wie nie zuvor. Meine Suche nach Mathematik in der Musik und Musik in der Mathematik hat mich zu zwei komplementären Kompositionen inspiriert:
"Structures" kombiniert technische und virtuose Mittel, die von strukturellen, mathematisch interessanten Prinzipien geprägt sind. Basierend auf den Klängen mehrerer übereinander geschachtelter Pianos entwickelt sich die Musik in der Verflechtung dieser Ebenen. Gegeneinander verschoben und mit Hilfe der Dolby Surround Technik räumlich gemacht, entstehen aus diesen Schichten in der Zeit immer neue vierdimensionale Formen.
"Pi – Universal Composer" variiert eine aus der unendlichen Zahl Pi generierte Tonfolge. Lauschen wir diesen Tönen lange genug, könnten wir irgendwann jede nur vorstellbare Melodie hören. Wie Tropfen fallen die Töne des Klaviers in den Raum. Die grenzenlose, logische Poesie der Zahl Pi eröffnet uns nichts weniger als die Möglichkeit, für einen Moment an ihrer eigenen Unendlichkeit teilzuhaben.
Weitere Informationen zum Künstler: www.benejahnel.de
Wolfgang Muthspiel
Jazzmusiker (Gitarre)
Dolby Surround Klanginstallation, CD "WaldStück" zu "WaldRaum" mit Guido Zehetbauer-Salzer im ZS art KunstRaum (3. 4. – 6. 6. 09)
Wolfgang Muthspiel zu "WaldRaum":
Mit der Klanginstallation WaldRaum versuche ich, meine Vorstellung von Wald in Musik zu übersetzen. Gleichzeitig dient die Installation dazu, in einen konzentriert-meditativen inneren Zustand einzutauchen, der die Sinne öffnet. Im Zusammenspiel mit den Bildern von Guido Zehetbauer-Salzer wird ein Raum geschaffen, in dem wir verweilen können, ohne zu schnellen Urteilen verleitet zu werden.
Musikalisch bediene ich mich zwar zum Teil meiner eigenen "field recordings", doch wird der Großteil der Klänge auf Celli und Gitarren erzeugt. Die Klanginstallation wird ein 7.1 Dolby Surround Erlebnis, welches den Betrachter/Zuhörer umhüllt und die in konzertanter Musik üblichen Zeitabläufe aufhebt.
Interessant scheint mir auch, dass wir oft im Wald einen Eindruck von Stille gewinnen, obwohl der Wald alles andere als still ist. In wirklicher Stille (im schalltoten Raum) hingegen, kommt ein Gefühl der Enge auf. Musik zu machen, die eine Art innere Stille auslöst, erscheint mir als ein hohes Ideal, welches dem Wald auf seine Art ständig glückt.
Weitere Informationen zum Künstler: www.materialrecords.com
