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Form und Farbe
Edgar KNOOP, Tonneke SENGERS


Ausstellung: 25. 1. bis 17. 3. 2017
Einführende Worte: Mag. Harald Krejci, Chefkurator 21er Haus / Belvedere Wien
 

Abstrakte Geometrie, Netzwerke strukturierter Poesie,
bestimmen den quadratischen Raum.

Edgar Knoop, 1936 in Dortmund geboren, lebt und arbeitet seit 2002 in Seeboden/Kärn-ten. Trotz seines fortgeschrittenen Alters präsentiert er im Rahmen dieser Ausstellung seinen neuen 9teiligen Werkzyklus "La danse des polygones / hommage à Leonardo Fibonacci" (jeweils im Format 144 x 144 cm). Damit schließt Edgar Knoop unmittelbar an seine Ausstellung "edgar knoop – subway 813" im Wiener 21er-Haus des vergangenen Jahres an. Damals nahm er diesen Werkzyklus, mit dem er auf seinen ehemaligen Professor, Jean-Jaques Deyrolle, referenzierte, mit drei Arbeiten im Format 50 x 50 cm vorweg.
Für die derzeit laufende Ausstellung in der Wiener Galerie zs art wurde dieser Werkzyklus auf das Großformat übertragen, erweitert, vertieft und ist erstmals, auch in seiner Gesamtheit, auf einer Wand mit allen 9 Werken als Gesamtinstallation präsentiert. Der lineare Graphit-Raster, mit dem Edgar Knoop die Bildstrukturen mit Farbflächen akzentuiert, bildet auch in diesem Zyklus die Grundlage, doch zeigt "La danse des polygones / hommage à Leonardo Fibonacci" einen poetischen, "tänzerischen" Konstruktivismus, der Chaos und mathematische Ordnung mit Leichtigkeit und Beweglichkeit verknüpft.

Auch im Zyklus "Networks", ebenfalls in der Ausstellung zu sehen, setzt der Farbetheo-retiker Edgar Knoop seine Lehre in die Praxis um. Bleistiftlinien überziehen das quadrat-ische Format mit einem filigranen Liniengeflecht, dessen dynamische Unordnung er an Knotenpunkten mit geometrischen Farbflächen akzentuiert. Ein Ausschnitt aus dem einer Logik gehorchenden übergeordneten Chaos, aus Bewegung und Licht. Die Summe aller Farben vereint im Weiß.

Tonneke Sengers, 1959 in Breda (NL) geboren, wird in dieser Ausstellung erstmals in Wien gezeigt. Sie studierte an der Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam mit Schwerpunkt Kunst und Architektur im städtischen Raum. Ihre Arbeit ist also stets mit Architektur verbunden. Ausgehend von ihren geometrischen Gestaltungen im öffentlichen Raum treten nun ihre Wand-Objekt-Miniaturen mit dem umliegenden Raum in den Dialog. "Up the wall" nennt sie ihre vor der Wand schwebenden Aluminiumobjekte, die, in schwarz/weiß gehalten, logoartig Architekturlandschaften verarbeiten. Die meist quadratischen Arbeiten verdanken ihre mystische Räumlichkeit nicht nur der Dramaturgie ihrer Schwarz-Weiß-Konstruktionen, sondern insbesondere dem Abstand zwischen Wand und Objekt sowie dem daraus resultierenden Schattenspiel. Ein sich veränderndes Spiel mit weichen Zwischen-tönen im Kontrast zu den harten Grenzen der vorgelagerten kubischen Formationen. Der raffinierte Rhythmus von auf Aluminiumblech gemalten Raumgeometrie und den offenen Bereichen bieten dem Auge keine eindeutige Architekturlandschaft. Es bleibt immer ein Spannungsfeld zwischen Eindeutigkeit und Illusion, Raum und Unwirklichkeit.
 

>Ausstellungstext mit Künstlerbiografien