04/2009 WaldRaum
visuelle und akustische WaldExpressionen von Guido Zehetbauer-Salzer (WaldBilder) und Wolfgang Muthspiel (Klanginstallation) 3.4. - 6.6.2009

KUNST ALS NAHRUNG FÜR DIE SEELE
Ab 3. April bereichert der neue ZS art KunstRaum in der Westbahnstraße 27-29, 1070 Wien, das aufblühende Kultur-Grätzel im 7. Bezirk um seine durchgängig interdisziplinären Kunstprojekte rund um thematisch variable Schwerpunkte:
Zum Auftakt verwandelt sich der städtische KunstRaum für den lauschenden Betrachter in einen WaldRaum.
Galerie ist nicht gleich Galerie und der ZS art KunstRaum möchte sich in der Galerienvielfalt deutlich positionieren. Das Neue an ZS art ist sein vernetzendes Konzept. ”Connecting Concepts” ist Mission, Methode und Message zugleich. Was aber Connecting Concepts vor allem auszeichnet, ist der Enthusiasmus, mit dem sich die ZS art Betreiber ins Zeug werfen. So gesehen passt der Kunstraum ideal zum Aufbruch gestimmten Kulturangebot der Gegend um die Westbahnstraße. Er will in dem Gebiet und darüber hinaus Akzente setzen, die sich von der gewohnten Kunstkommunikation abheben.
Die Message entspricht der gesellschaftspolitischen Atmosphäre des Bezirks, einem positiv freisinnigen Miteinander: Konstruktive Kritik am Sein. ZS art will motivieren, bewegen, erfreuen. Das stellt eine eindeutige Abgrenzung zum gängigen Mainstream dar, der den Missständen den Spiegel vorhält. Aber es ist nicht alles mies und auch das kann optimistisch umgesetzt werden.
Connecting concepts umfasst jedoch mehr, vernetzt gleich mehrere Ebenen miteinander, ohne die Individualität des interpretierenden Künstlers zu beschneiden. Connecting concepts vereint die Konzepte unterschiedlichster Künstler aus unterschiedlichen Bereichen zu einem gemeinsamen Thema. Musik, Sprache, Malerei, Bildhauerei, Videoperformances, Konzeptkunst,... Jedes Projekt präsentiert die Absicht der jeweiligen Künstlerpersönlichkeiten, die gemeinsam die Anliegen verstärkt kommunizieren. Und gerade kontroversielle Standpunkte ergeben ein unfangreicheres Gesamtbild.
Alle Themen, alle Ausstellungen zusammengenommen fügen sich zu dem größten gemeinsamen Vielfachen, zur ZS art Kultur, die der Kostbarkeit des Lebens gewidmet ist. Der KunstRaum lädt Akteure und Betrachter zu konstruktiver und inspirierender Auseinandersetzung mit Gegenwart und Zukunft ein. Es ist ein Raum, der zu Reflexion, Konfrontation, Diskussion anregen und ein möglichst großes Publikum dafür begeistern will. Connecting concepts spiegelt die Vielfalt, die Fülle des Seins wider. Kunst kommuniziert und die von ZS art präsentierte Kunst stimuliert, bewegt viel-sinnig.
Der ZS art KunstRaum möchte also ein Ort der Muße, des Innehaltens sein: Behutsamkeit, Sinnlichkeit, Reduktion, Intensität, Verdichtung, Konfrontation – statt Hast, Oberflächlichkeit, Distanz und Kühle. Ein Ort der Muße und zugleich der Auseinandersetzung. Eine Stätte der Bildung im ursprünglichen Sinn, also frei vom Zwang zur Nützlichkeit. Der KunstRaum verkörpert einerseits ein „Innehalten in der Arbeit“, puristisch, feierlich gemütlich umgesetzt. Und andererseits ein Forum der Diskussion, einen Platz für Konfrontation, einen Ort der Begegnungen, eine Plattform der Kommunikation, einen Raum gegenseitiger Inspiration.
Die Eröffnungsausstellung „WaldRaum” ab 3. April 2009, trägt das programmatische Manifest von ZS art genetisch in sich. Guido Zehetbauer-Salzer und Wolfgang Muthspiel verführen den Betrachter in die „Erinnerungen der Zukunft an das Paradies von heute“:
Der Maler Guido Zehetbauer-Salzer und der Jazzmusiker Wolfgang Muthspiel interpretieren, skizzieren jeweils kraft ihrer ganz persönlichen künstlerischen Wahrnehmung und Sprache den Reichtum an Sinneseindrücken und Emotionen, die uns das Phänomen Wald schenkt.
Guido Zehetbauer-Salzer, der sich in seinem künstlerischen Schaffen seit Jahren vom Wald faszinieren lässt, portraitiert in seinen Gemälden die erhabene Schönheit und Kostbarkeit einer Welt, die uns – auch als Synonym für den Sinn allen Seins – in ihrer Fülle und Vielfalt abhanden zu kommen droht. Mittels formaler Reduktion auf grobe Strukturen und exzessiver Farbigkeit lädt er dazu ein, seine expressiven Impressionen des Universums Wald nicht nur zu teilen, nachzuempfinden, sondern selbstständig weiter zu träumen:
„Ich überzeichne [...] ohne dabei den Charakter, die Eigenart des portraitierten Ausschnitts zu verraten. [...] die Authentizität, die eindeutige Nachempfindbarkeit des genossenen Augenblicks ist das Ziel. Meine Bilder wollen die Erhabenheit über Zeit und Raum, die Geborgenheit einer friedvollen Koexistenz festhalten.“
Der international gefeierte Jazzmusiker Wolfgang Muthspiel macht sich mit seiner Klanginstallation daran, seine individuellen Eindrücke vom Wesen des Waldes in die universelle Sprache der Musik zu übersetzen. Auf der Grundlage authentischer „field recordings“ errichten die Klänge von elektronischen und Saiteninstrumenten einen unabhängigen akustischen Raum, der den Hörenden in einen Zustand innerer Stille - wie ihn sonst nur der Wald selbst auslöst – entführt.
„Ich beschäftige mich mit dem Thema Wald, ohne zu versuchen, den Klang des Waldes widerzugeben. Eher nähere ich mich mit meiner Klangsprache dem an, was der Wald in uns auslöst [...] Musik zu machen, die eine Art innerer Stille auslöst, erscheint mir als hohes Ideal, welches dem Wald auf seine Art ständig glückt.“
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