06/2009 Poesie der Logik
Impressions of the exhibition >
The visual, lyrical, haptic and acoustic interpretation and orchestration of strict geometry and mathematical principles follow the expressions of the forest, this survival shelter, presented in our ArtSpace opening exhibition. Whereas this first project was aimed at capturing the fascinating variety of nature by taking the forest for an example, the current exhibition features a conceptual artist, a sculptor and a musician translating the inexhaustible wealth of rationally encoded abstractions generated by mental knowledge in a pleasantly clear composition of form, colours and sound.
Mathematics express constructive abstract reflection in a conceptualized form. To transfer mathematical considerations into creative interpretation – manifesting as Conceptual Art – seems logic. Writing down thoughts is in itself a constant conceptual process. To compose, to construct music as well. Man defined specific tones, melodies could be archived and reproduced through notes. And quite some artist’s expressive work gets inspired by mathematical principles, formulas. On the other hand geometry already is the spatial component of mathematics, which leads – when radically reduced – to Concrete Art.
Project KunstRaum is all about the connecting features of the Arts, about transitions and transformations, not about their unity. Through mathematics and geometry, three completely different artists interpret their quite controversial approaches to the universe of the human mind. Exciting about “Poesie der Logik” are reduction, visualization and hence the comprehensible traceability of complex mental abstractions. The spectators are stimulated to link various approaches independent of each other, to face opposing ways of interpretation in a playful manner.
> Works Walter Angerer-Niketa
> Works Harald Plochberger
The artists on "Poesie der Logik"
> Walter Angerer-Niketa
> Harald Plochberger
> Benedikt Jahnel
Austrian press on "Poesie der Logik"
Wiener Zeitung: Ewig währt am längsten
Das Weltall besteht natürlich nicht aus Sternen, sondern aus Zahlen. Das Leben setzt sich ja auch aus lauter Rechnungen zusammen, oder? (Miete, Strom, Zahnarzt ...) Und wenn eine Ausstellung "Poesie der Logik" heißt, dann kann etwas, das aussieht wie ein Sternenhimmel, in Wahrheit das Verteilungsmuster der Primzahlen im Kosmos der ganzen Zahlen sein. (Da kann ich den Großen Wagen ja lange suchen!) Doch wem gebührt nun das Lob für dieses 16-m2-Bild? Der Mathematik? Und ist Harald Plochberger ihr Assistent? (Der ist in einem "Primjahr" geboren. Weil 1949 nur durch eins und 1949 teilbar ist.) Äh, hat nicht der Mathematiker Stanislaw Ulam besagtes Primzahlenmuster entdeckt?
Walter Angerer-Niketa muss sich den Beifall aber mit keinem teilen. Seine makellosen Skulpturen sind das Nonplusultra der kalkulierten Sinnlichkeit. (Ist das eine Addition? Non + ultra = fünf Sterndln?) Wie ausgeklügelt konstruiert die streng-abstrakten Objekte sind, kann man freilich erst ermessen, wenn man versucht, ihr Volumen auszurechnen. Gewidmet sind sie den ägyptischen Göttern. Und den Pharaonen, die der Geometrie ja so zugetan waren, dass sie zwanghaft Pyramiden gebaut haben. Benedikt Jahnels Klanginstallation, wo einem die Töne einzeln ins Ohr fallen (im Gänsemarsch), passt perfekt dazu. Pi (hinterm Komma beginnt das Unendliche) in Noten übersetzt. Man hört quasi die ersten 30 Minuten von der Ewigkeit...
Claudia Aigner, August 26, 2009
Der Standard:
In der aktuellen Ausstellung "Poesie der Logik" sind es der Jazzpianist Benedikt Jahnel, Konzeptkünstler Harald Plochberger und Bildhauer Walter Angerer-Niketa, die Logik und Geometrie reduzierte, aber dennoch poetische Kunstwerke abgewinnen. Während Jahnel 40.000 Nachkommastellen der unendlichen Zahl Pi in Noten umwandelt, visualisiert Plochberger die Ulam'sche Primspirale und isoliert ästhetische Strukturen der ebenfalls unendlichen Zahlenreihe. Die Konzeption und Konstruktion von Angerer-Niketas Holz- und Steinskulpturen ist von zeitloser Schönheit und Eleganz. Ein wunderbares Zusammenspiel...
Anne Katrin Feßler, August 14, 2009
Der Falter: Ein harmonisches Ensemble
Synästhtesie lautet das Credo des im Frühjahr eröffneten KunstRaums in der Westbahnstraße. Der Konzeptkünstler Harald Plochberger, der Bildhauer und Maler Walter Angerer-Niketa und der Jazzmusiker Benedikt Jahnel führen die als "Poesie der Logik" begonnene Ausstellungsreihe nun fort. Mathematik, Symmetrie, Schichtung und Wiederholung weist Jahnel als wesentliche Eckpfeiler seiner musikalischen Kompositionen aus. Merkmale wie diese prägen Plochbergers in transluzides Acrylglas gefasste Text- und Bildstrukturen ebenso wie die am Minimalismus orientierten Malereien Angerer-Niketas, dessen geometrischen und glatt geschliffenen Marmorskulpturen zudem etwas Erhabenes anhaftet.
Manisha Jothady, August 5, 2009
