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Martin Noël (1956 – 2010)
Der Raum dazwischen


Ausstellung: 19.1. bis 18.2.2022
Zur Ausstellung: Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder, Generaldirektor Albertina

Einen wesentlichen Teil seines Schaffens widmete der deutsche Künstler Martin Noël dem Holz- oder Linolschnitt. Was ihn von der traditionellen Buchdruckkunst unterscheidet, ist die radikale Reduktion seiner Abstraktionen. Es reicht ihm etwa eine von rechts nach links in den Raum geschnittene, meandernde Linie, um das Hochformat mit anregender Spannung aufzuladen. Eine Spannung, die sich auf das umgebende Umfeld unweigerlich überträgt.

Risse, gekittete Brüche oder florale Schattenspiele an Wänden oder auf dem Boden waren Noëls Inspirationsquellen. Eigentlich alltägliche Nichtigkeiten. Die mittels Stichel geschnittenen Motive bestechen durch ihre vibrierende Leichtigkeit. Die solcherart gravierten Linien sind die Räume, canyonartigen Gräben gleich, zwischen den per Handabzug gedruckten Farbfeldern. Die expressive Topologie des Druckstocks setzt sich im Druckwerk eindrucksvoll fort, ja bekommt durch die Maserung des Holzes und der Mischung aus Druck-, Ölfarbe und Pigmente eine malerische Handschrift.

Die zs art galerie präsentiert, parallel zu einer großen Retrospektive in der Albertina, Werkzyklen von Martin Noël aus dessen mittlerer Schaffensphase.



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