Judith P. Fischer


Kunst im Öffentlichen Raum


ha(SHE)tech
 
Statement Judith P. Fischer 2022:

Als Motiv meiner Arbeit habe ich das (bzw. den) Hashtag gewählt- ein Zeichen, mit dem wir tagtäglich in Texten und sozialen Medien konfrontiert sind.
 
Das (Der) Hashtag, ist ein Schriftzeichen- und als solches flach. Eine Skulptur hingegen ist dreidimensional. Sie findet im Raum statt und sie bildet Raum und sollte sich von jeder Seite erschließen- im besten Fall von jeder Seit spannend aussehen und neue Sichtweisen eröffnen. 
 
Daher ist ha(SHE)tech in der Mitte im rechten Winkel geknickt, wodurch aus etwas Zweidimensionalen etwas Dreidimensionales entsteht. 
 
Das Symbol Hashtag ist fix mit einem Kreis verbunden. Abgesehen von der Stabilität dieser Form gilt der Kreis als eines der Ursymbole der Menschheit. Er symbolisiert das Weibliche und die Vollkommenheit und bildet daher eine geeignete Basis für Hashtag. Dieses Symbol ist auch jungen Frauen bekannt- z.B. als Tatoo.
Zum Material der Arbeit: Die Skulptur ist aus Stahl. Stahl ist eine Legierung, und besteht zu 97 bis 99 Prozent aus Eisen, der Rest ist Kohlenstoff. Eisen kommt als chemisches Element im Periodensystem vor. Verarbeitet zu Stahl ist es ein stabiles und nachhaltiges Material aus dem unter anderem auch Eisenbahnschienen hergestellt werden. Oder aber eine Skulptur. Das Symbol Hashtag und Schiene haben noch eine weitere Gemeinsamkeit: 2 parallel geführte Linien.  
 
Zur Farbgebung: Das Symbol Hashtag ist verkehrsrot, hat also den ÖBB RAL- Farbton 3020. Für den Sockel wurde Lichtgrau gewählt, ein feminines Grau, auf dem das rote Objekt gut zur Geltung kommt.

curated by, Projektmanagement: zs art galerie

Werkbeschreibung:
ha(SHE)tech 2022
Stahl lackiert
288 x 123 x 123 cm
 
Foto: © Robert Staudinger




STEP BY STEP 2022
schrittweise aufeinander zugehen
 
Ein temporäres Projekt im Kunstschaufenster des Nespresso Ateliers, realisiert im Rahmen der Kooperation von Künstlerhaus, Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs mit Nespresso Österreich 2022.
 
Was haben die Eigenschaften markant, kontrastreich, außergewöhnlich, unverwechselbar, intensiv, komplex, wild, vielseitig, reichhaltig, ausgewogen und zart miteinander gemeinsam? 
 
All diese Eigenschaften sind für das menschliche Zusammenleben und unsere persönlichen Beziehungen gültig. Sie drücken die Bandbreite und Tiefe unseres Lebens aus - das, was uns zusammenhält. Dass sich diese Begriffe auch als Beschreibungen für verschiedene Kaffeesorten der Marke Nespresso wiederfinden zeigt, dass Kaffeetrinken eine verbindende Beschäftigung ist. Nespresso ist nicht nur Kaffee, sondern es gibt hier unterschiedliche „Charaktere“, denen bestimmte Eigenschaften zugeordnet werden können.
Die Anordnung der Stelen erfolgt step by step hintereinander, sodass sich ein dreidimensionales Konstrukt aus Linien und Flächen, Durchblicken und Wortkombinationen ergibt. 
 
Judith P. Fischer bewegt sich für ihr Projekt in einem Handlungsraum zwischen Materialität und Sprache. Die Zuordnung von Eigenschaftswörtern/Adjektiven dient in ihrer Arbeit der Beschreibung zwischenmenschlicher Beziehungen und deren Zusammenhalt. Die damit einhergehende Darstellung der Charaktereigenschaften der vielfältigen Kaffeesorten von Nespresso bildet die Basis für ein partizipatives, veränderbares Werk, das sich als dreidimensionales Konstrukt aus Wortkombinationen, Linien und Flächen manifestiert. Verschiedene Anordnungspositionen ermöglichen sowohl einen inhaltlichen als auch einen ästhetischen Rahmen, innerhalb dessen neue Formationen gestaltet werden können. Emotionen und Gefühle bilden die Basis für neue Kombinationen, wodurch sich das Werk immer wieder verändert, wahrnehmen lässt.
 
Als Material für STEP BY STEP wurde Aluminium gewählt.
 
Judith P. Fischer 

Werkbeschreibung:
STEP BY STEP, 2022
Aluminium poliert
248 x 148 x 78 cm
 
Foto: © Philipp Lipiarski




GATE
 
Im September 2013 realisierte Judith P. Fischer im Rahmen eines geladenen Wettbewerbes des Landes Niederösterreich und der ecoplus im Süden, vis-à-vis des Regierungsviertels und Kulturbezirks St. Pölten, vor dem Wirtschafszentrum Niederösterreich im äußeren Entreebereich von ecoplus, die knapp vier Meter hohe Plastik „gate 2013“. Die Künstlerin war bei diesem Kunst-am-Bau-Projekt mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die aus der unmittelbaren örtlichen Lage – Tor zum Landhaus, die unmittelbaren architektonischen Baukörper des Wirtschaftszentrums und Verwaltungsviertels, die Verkehrssituation – sowie dem Selbstverständnis des Wirtschaftszentrums als „offenes“ Haus resultieren. 
 
Judith P. Fischer entschied sich für das Motiv „Tor“, um die Gesamtsituation symbolisierend aufzugreifen und thematisch sichtbar zu machen. Modulierend greift sie dabei die „architektonischen“ Grundelemente einer Tür auf und schafft durch formale Brechungen eine visuelle Dynamik. Gleichzeitig entsteht daraus ein sich je nach Standpunkt veränderndes Formenvokabular. Das Moment der Transparenz und Durchlässigkeit wird durch die offenstehende Tür und die damit verbundene Verschränkung von Innen und Außen sowie die grobe Lochung des Türblattes weiter akzentuiert. Die Verwendung von Cortenstahl nimmt dabei in explizierter Weise auf die Naturmaterialien der umgebenden Baukörper Bezug und gewährt durch den warmen und intensiven braunen Rostton eine gute Sichtbarkeit zur unmittelbar dahinter liegenden schwarzen Hausfassade. Gleichzeitig erfüllt Cortenstahl (übrigens eine österreichische Erfindung vor dem 1. Weltkrieg) die Anforderungen einer großen Witterungsbeständigkeit und schlägt auch einen thematischen Bogen zum Verhältnis von Natur und Wirtschaft. „gate 2013“ bildet obendrein – als weitere Herausforderung – einen überzeugenden Brückenschlag zu den zahlreichen Kunstwerken im Regierungsviertel, insbesondere zum Kulturbezirk und dem Skulpturengarten des Landesmuseums.
 
Carl Aigner (MORGEN, 2013)

Werkbeschreibung:
GATE, 2013
Cortenstahl 
400 x 132 x 99 cm
Wirtschaftszentrum N, St. Pölten/Niederösterreich
 
Foto: © Judith P. Fischer




CASCADE
 
Das Kunstwerk Cascade von Judith P. Fischer, ist eine über mehrere Geschosse reichende Wandinstallation, in der zentralen Erschliessungshalle der HAK Korneuburg (NMPB Architekten). 
 
Der Titel der Arbeit ist gleichzeitig auch das Thema. Das Wort Cascade bedeutet Wasserfall und wie ein Schwall an acht Farben, ergießen sich die elastomeren Rundschnüre in den Lichthof der Schule. 
 
Judith P. Fischer 

Werkbeschreibung:
CASCADE, 2004
BHAK Korneuburg (NMPB Architekten)
Alu, Elastomere
800 x 160 x 30 cm
 
Foto: © Judith P. Fischer