Lyrischer Purismus

 

John Carter
Ray Malone

Ausstellung: 21.9. – 28.10.2022
Einführung: Mag.a Eva Fürstner, Leiterin Museum der Wahrnehmung MUWA, Graz

Werke des britischen Konkreten John Carter und des irischen Minimal-Art-Poeten Ray Malone feiern die hohe Kunst der Reduktion. Die Choreografie geometrischer Ästhetik begeistert durch die ruhige, besonnene Logik und die geheimnisvolle Dramaturgie der Rhythmen.

John Carter bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Malerei und Skulptur. Was sowohl die besondere Art der Fertigung betrifft als auch die Formensprache seiner Objektbilder. Über sein spezielles Herstellungsverfahren spricht John Carter als Dialog zwischen Oberflächenbehandlung und plastischer Konstruktion. Die planen Holzobjekte ergeben sich aus einer scheinbaren Verschmelzung raffiniert einfacher kubischer Formen. Sie bestimmen schließlich die Silhouette des Objektes samt logischer Auslassungen. Die Komposition aus dem Wandobjekt mit deren nuancierter Farbigkeit schaffen architektonische Tiefe.
Trotz der abstrakten Strenge seiner zweidimensionalen Geometrie zitiert John Carter immer den Raum. Er erzeugt die Charakteristik seiner Oberflächen, indem er den Farbpigmenten Marmorpuder zugibt und mit Acrylbinder mischt. Das Beschleifen des Basismaterials Holz verursacht geringfügige Unebenheiten und somit beabsichtigte Tonalitätsschwankungen in der Oberfläche. Gerade genug Irritation, um allein deshalb schon zum Verweilen zu veranlassen. Nichts wirkt interessanter als das Undurchschaubare. Es ist ein wesentlicher Bestandteil, der den geometrischen Werken aus Reduktion mit subtilen optischen Reizen eine anhaltende Anziehungskraft beschert.

Ray Malone komponiert mit seinen Bildern eine stille Ästhetik aus Poesie, Musik und Geometrie – aus Struktur, Rhythmus und feinen Kontrasten. Wenn er Farbe einsetzt, dann mit sparsamer Modulierung seiner ebenso reduzierten Formgebung. Wie John Carter konzentriert sich auch Ray Malone auf die Ausführung seiner Bildflächen. Und hier zeigt sich die wahre Meisterschaft der Dramaturgie aus Grauwerten und Linien. Denn auch die Grauwerte sind inszenierte Linien, und selbst monochrome Farbflächen changieren unmerklich, weil konzertiert und pur in ihrer Tonalität.
Ray Malone schreibt auch lyrische Gedichte. Seine Bilder sind eine andere Codierung von Sprache und Musik, und gerade deshalb immer ein Ausdruck leidenschaftlicher Formulierung. In der Klarheit komplexer Harmonien, ohne jeglichen Pomp und lauter Pointen, liegt auch die Anziehungskraft seiner schnörkellosen Oasen der Sinnlichkeit.

Ausstellungsbesprechung_PARNASS_Silvie_Aigner_09_2022
zur Ausstellung: Mag.a Eva Fürstner, Leiterin Museum der Wahrnehmung MUWA, Graz
Kurzbiografien der Künstler


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